13. August 2011, Hellweger Anzeiger
Die Radiologie schickt Patienten in „die Röhre“
Von Yvonne Schütze-Fürst
Angefangen hat alles mit der ersten Radiologie an der Hertingerstraße.
Mit den beiden Ärzten Dr. Friederichs und Dr. Bolt und ihrer Praxis an der Hertingerstraße hat alles angefangen. Eine Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus wurde 1984 geschlossen, und mittlerweile ist die erste Radiologie in Unna bereits seit 30 Jahren am Evangelischen Krankenhaus angesiedelt – und sie ist immens gewachsen.
Etwa 100 bis 150 Patienten durchlaufen pro Tag die 1500 Quadratmeter große Radiologie. Viele von ihnen landen „in der Röhre“, wie die MRT-Untersuchung im Volksmund heißt. Dazu kommen die Klientinnen, die am Mammografie-Screening teilnehmen, und das sind etwa 80 pro Tag.
Aus der Radiologie mit ihren Partnern in Unna, Kamen und Werne ist ein Unternehmen mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter 15 Ärzten, geworden.
Dr. Bertram Braun ist Facharzt für diagnostische Radiologie – und er ist Geschäftsführer der im Ärztehaus am Evangelischen Krankenhaus angesiedelten Praxis. Von der Computertomografie (CT) über die Magnetresonanztherapie (MRT) bis hin zur Mammografie wird hier ein breites Spektrum der diagnostischen Medizin geboten.1984 war es, so erinnert Dr. Braun sich, da schlossen sich das Krankenhaus und die Praxis zusammen. Von da an wurden die Patienten von der Hertingerstraße zum Krankenhaus und den dort befindlichen Computertomografen geschickt.Das erste MRT wurde dann 1991 aufgestellt – die Praxis zog um an die Holbeinstraße. Damals standen 300 Quadratmeter zur Verfügung. Es folgten nicht nur der Ausbau des Ärztehauses und die Erweiterung der radiologischen Praxis auf 1500 Quadratmeter, sondern auch die Kooperationen mit weiteren Standorten: Mit Werne (1998), Kamen (2000) und Hagen (2010).Der Standort Unna ist der größte, nicht nur was das diagnostische Angebot anbelangt, hier ist die Zentrale, sitzt die Verwaltung.
Wie kostenintensiv die Einrichtung einer solchen Praxis ist, wird an zwei Beispielen deutlich, die Dr. Braun gestern in einem Gespräch mit der Redaktion beispielhaft skizzierte: „Ein Kernspintomograf kostet etwa eine Million Euro und ein Computertomograf ist ab einem Preis von einer Viertelmillion Euro zu haben.“ Pro Monat fallen allein 10000 Euro an Kosten an, um einen Kernspintomografen zu betreiben. Gerechnet sind Betriebskosten, Wartungskosten, Gerätekosten und die Medizinisch- Technischen Assistenten (MTA).Technisch gesehen befindet sich die Radiologie auf dem mordernsten Stand.
Dennoch wird immer wieder an Neuerungen gefeilt. So soll zum Beispiel ab dem kommenden Monat eine Patientenbetreuerin eingestellt werden. „Sie geht dann auf die Patienten ein, kümmert sich um sie, nimmt sie an die Hand und erklärt, was bei den anstehenden Untersuchungen passiert“, erklärt Michael Schorsch, Leiter der Bereiche Marketing und Kommunikation. Denn es soll den Patienten im Wartebereich nicht langweilig werden und sie sollen auch verstehen, dass manchmal ein Notfall wichtiger ist und sie nicht vergessen wurden.
Die radiologische Praxis ist aber auch für japanische Patienten da. Natürlich wie für jeden anderen Patienten auch, aber im Kenshin-Center, einem speziellen Untersuchungscenter für Männer und Frauen, die aus Japan kommen, aber in Deutschland leben, erfahren sie den für sie gewohnten Standort. Auf Vorsorgeuntersuchungen legen die Japaner besonderen Wert und japanische Firmen zahlen die Untersuchungen für die Mitarbeiter.Wer immer will, kann dieses Kenshin-Angebot in Anspruch nehmen, muss dann auch die Kosten selber tragen. Verständigungsprobleme werden die japanischen Patienten nicht haben, denn eine japanische Ärztin nimmt sich ihrer an.
Die Radiologie blickt aber auch weiter in die Zukunft: 2012 sollen an den Standorten Unna und Werne neue MRTs angeschafft werden. Das Besondere an ihnen: Sie haben einen Durchmesser von 70 Zentimetern und nicht mehr 50 Zentimeter. So hat der schlanke Patient mehr Platz, der adipöse Patient passt aber auch hinein.

